Die
Hakenharfe ist die erste Form einer diatonischen Harfe mit Umstimmmechaniken.
Sie wurde nach derzeitigem Wissensstand in Böhmen oder in Tirol erfunden. Die „
Haken“ sind aus sehr steifem Draht hergestellte u-förmige
Bauteile mit zwei unterschiedlich langen Schenkeln. Der längere steckt im Holz des Harfenhalses, der kürzere lässt sich so gegen die
benachbarte Saite drehen, dass deren schwingende Länge um den Wert der
zwölften Wurzel aus 2 verkürzt wird.
Dies bezweckt eine Erhöhung des Tones um einen Halbton der gleichstufigen Zwölftonskala.
➔ Harfen naturgemäß
noch nicht die neueren manuellen Umstimmmechaniken. Daher wollen wir uns hier in einer knappen Subklassifikation die verschiedenen
existenten Varianten anschauen. Die vermutlich erste technische Lösung stellen die Haken an der danach benannten
➔ Hakenharfe dar.
Die Fachwelt ist sich nicht einig, ob die U-Nagel-förmigen Draht-„Haken“ zuerst in Böhmen oder in Tirol am Hals (Stimmstock)
der Harfe knapp unterhalb der
Stimmwirbel und der
Sattelstifte angebracht wurden. Zweck dieser Vorrichtung ist, die jeweilige
einzelne Saite um den Wert der zwölften Wurzel aus 2 zu verkürzen und so einen hinreichend genauen Halbtonschritt der gleichstufigen
Zwölftonskala zu ermöglichen. Da dieser U-Haken allerdings mit der schwingenden Saite vibriert, wirkt er sich negativ auf den Ton aus.
Verringern lässt sich dieser Effekt, indem man den offenen Bereich zwischen den beiden Schenkeln des U mit Metall ausfüllt.
Dieses „Blade“ (deutsch: „Blättchen“, französisch: „lame“) stellt die nächste Entwicklungsstufe der manuellen Umstimmmechanik dar.